Tisch und Welt

Über Tisch und Welt

Eine Plattform für erweiterte Gastrosophie

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Markus Mosimann betreibt seit 2011 Crêperien im Raum Zürich, nicht am Herd und nicht am Tresen, sondern dort, wo entschieden wird, was ein Lokal sein soll und was nicht. Aus dieser Distanz hat er gelernt, dass der Tisch mehr ist als ein Möbel, auf dem Teller stehen.

Was ihn beschäftigt, ist das Echte. Menschen, die sind, was sie sagen. Orte, an denen man sich nicht verstellen muss. Mahlzeiten, bei denen etwas geschieht, das sich nicht auf der Rechnung findet. Die Tischgemeinschaft interessiert ihn im engen Sinn, als das, was an einem Abend zwischen vier Stühlen passiert, und im weiten, als Frage, wie Menschen überhaupt zusammenleben wollen, so dass es sie nährt und nicht nur sättigt.

Er hat lange nach Landkarten gesucht, die das Leben erklären, theologische, psychologische, soziologische, und schätzt sie bis heute. Er hat aber auch gelernt, dass die Karte nicht das Land ist und dass ein ehrlicher Weg zu sich selber die meisten Umwege erspart. Entwicklung heisst für ihn nicht, etwas hinter sich zu lassen, sondern auf dem aufzubauen, was man bereits erreicht hat, in einer Umgebung, die nicht aufhört, neue Fragen zu stellen.

Tisch und Welt beginnt bei der Beiz und soll dort nicht bleiben. Die Essays fragen, was aus einem Leben wird, das die Arbeit vorgibt, fremdbestimmt von morgens bis abends, ob am Herd, auf dem Bau oder vor dem Bildschirm, und das sich dabei für zufrieden hält. Sie fragen, wie ein Alltag aussehen könnte, der den ganzen Menschen meint, seinen Körper, seine Beziehungen, seine Arbeit und das, wozu er eigentlich da ist. Und sie fragen, ob die Werkzeuge, die gerade entstehen, die künstliche Intelligenz voran, uns Zeit und Spielraum zurückgeben können für das, was keine Maschine ersetzt: das Zusammenleben, vom Gespräch am Tisch bis zur Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen und wer darüber entscheidet. Die Plattform soll mit der Zeit ein Ort werden, an dem andere mitschreiben und mitdenken, mit Gastbeiträgen und Diskussion, über Gastronomie hinaus.

Darüber schreibt er. Von der Beiz aus, Richtung Welt.