Das Archiv
Gedanken am Tisch
Über Gastfreundschaft und Genuss. Über Arbeit, Alltag und die Frage, wie wir gemeinsam leben wollen.
11 Essays
-
Aus zweiter Hand
Vom Urteil, das andere für uns vorgekaut haben
In einem Dokumentarfilm über Tonga, das Königreich im Südpazifik, sagt ein Arzt in die Kamera: «Wenn die Leute hier die gesunden Lebensmittel von unseren Inseln essen, Süsskartoffeln oder Taro, gelten sie als arm. Wenn sie Brot essen und importiertes Fleisch aus der Dose, gelten sie als reich.»
Essay lesen -
Wo ist die Toilette
Wie aus Offenheit eine Schwelle wird
Im Untergeschoss eines Restaurants, das zu einer grösseren Zürcher Gastronomiegruppe gehört, stand ich zwischen zwei Türen, die sich gegenüberlagen. Auf beiden dieselbe Tafel.
Essay lesen -
Stimmt so
Zwei Worte, die das Terminal nicht kennt
Das Trinkgeld war in der Schweiz nie eine Pflicht, jedenfalls nicht mehr seit den Siebzigerjahren, als der Service in die Preise kam. Übrig blieb das Aufrunden.
Essay lesen -
Retorte mit Kirchturm
Wie Stadtfeste immer besser werden und immer weniger mit der Stadt zu tun haben
Mitte August, halb neun am Abend. Der Bass kommt nicht durch die Gasse, er kommt über die Dächer, von hinten, von dort, wo die Bühne ihre Rückseite hat.
Essay lesen -
Der Preis der Nähe
Von jenen, die kein Gegenüber wollen, nur ein Publikum
Ich mag es, wenn ein Abend über die Tischgrenzen hinausläuft, wenn zwei Runden ins Gespräch kommen, die sich vorher nicht kannten. Der Austausch, der nicht am eigenen Tischtuch endet, ist mir viel wert.
Essay lesen -
Das weisse Tischtuch als Ausrede
Warum die Gastronomie weniger an der Zeit scheitert als an sich selbst
Die Gastronomie klagt. Das tut sie regelmässig und nicht ohne Grund.
Essay lesen -
Mehr als eine Speisekarte
Was das älteste vegetarische Restaurant der Welt über das Zusammenkommen lehrt
Am Eingang einer Seebadeanstalt erwartet man bestimmte Gerüche. Heisses Fett, Cervelat über der Glut, der süssliche Dunst von Pommes und Ketchup, dazwischen der Geruch von Sonnencreme und nassem Holz.
Essay lesen -
Mass und Freiheit
Warum Masshalten mehr ist als Verzicht
Die Weinkarte kommt ungefragt. Das ist in den meisten Restaurants so: Sie liegt auf dem Tisch, bevor man sich gesetzt hat, oder sie wird einem in die Hand gedrückt, kurz nachdem man Platz genommen hat.
Essay lesen -
Du bist, was du isst. Aber wer bist du?
Über einen gestohlenen Satz und was er ursprünglich meinte
Jean Anthelme Brillat-Savarin schrieb seinen Aphorismus 1825, am Rand eines langen Lebens, das er zu grossen Teilen am Tisch verbracht hatte. Dis-moi ce que tu manges, je te dirai ce que tu es.
Essay lesen -
Das Midway, Zürich Kreis 4
Ein Ort, den man nicht sucht – und nicht vergisst.
Es gibt Orte, in die sich nie ein Tourist verirrt. Orte, die nur kennt, wer dazugehört – aus dem Quartier, aus den umliegenden Quartieren, unter Einheimischen still weitergereicht.
Essay lesen -
Wenn die Kirche leerer wird, bleibt der Tisch
Über Gastronomie als bindende Kraft in einer fragmentierten Welt
Das wichtigste politische Gebäude unserer Zeit hat keine Flagge. Es hat eine Küche.
Essay lesen